Erfahrungsbericht von Jürgen Siebert

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Hallo zusammen, möchte heute einmal über ein ganz wichtiges Segment in unserem Kunstflugtaubensport schreiben und zwar von den Droppern.


Was sind Dropper ?
Es sind Tauben, die wir benötigen damit wir den Flugstich in der Luft beeinflussen können. Ganz einen wichtigen Faktor bilden diese Dropper auf dem Flugkasten, in fremden Gelände. Es gibt auch mechanische Dropper, Fahnen, weiße Deckel, Taubenpfeifen.... dieses sind auch sehr wichtige Hilfsmittel, möchte hier aber momentan nicht näher darauf eingehen. Dropper dienen dazu den Flugstich immer in Sichtweite bzw. nach dem Flug zügig zum Landen zubringen. Bei den Dreh- und Sturzflugtauben benötigen wir sie, um den Sturz- oder Drehflug möglichst perfekt zusehen.

Was für Eigenschaften muss so ein Dropper oder Locktaube mit bringen?
Wichtig bei einem Dropper ist die Zutraulichkeit und dass er auf bestimmte Befehle sehr schnell und korrekt ausführt.
Ich teile meine Dropper in verschiedene Kategorien ein.
1. Handdropper: Seine Aufgabe soll sein, dass er am Flugkasten oder Heimatschlag nur den Kasten und mich anfliegt. Wenn er auf der Hand sitzt kurz aufliegt oder einfach mit dem Flügeln schlägt.
2. Kastendropper: Diese Taube hat als Aufgabe nur auf dem Flugkasten zu sitzen und wenn der Stich gelandet ist mit einzuspringen.
3. Flugdropper: Fliegt ein Stich außer Sicht wird ein Flugdropper eingesetzt. Dieser soll den Stich wieder An den FK oder Heimatschlag heranziehen. Flugdropper sollten in unterer Höhe einige Kreise ziehen und sobald mit dem Handdropper gelockt wird wieder landen und einspringen. Ein mitfliegen im Stich ist nicht erwünscht.

Welche Rassen eignen sich als Dropper ?
Generell kann man sagen, dass sich sehr viele Rassen dafür eignen. Wichtig ist aber ein zutrauliches nicht nervöses ( scheues ) Verhalten.
Als Handdropper haben sich bei mir bewährt: Arabische Trommeltauben, Altholländische Tümmler, Kelebek und Klatschtümmler ( Mardin ).
Als Flugdropper habe ich schon einmal ein Dunek, Babaresi Mövchen ( wurde leider vom Greif geschlagen ). Heute setze ich Hauptsächlich meine Broder Purzler dafür ein. Habe auch 2 BR die nicht Rollen dafür abgerichtet. Einen alten BR ( 1998 ) der bei mir in der Zucht und auf dem FK geflogen wurde setze ich gelegentlich auch noch ein.
Es eignen sich durch aus auch Mischlingstauben zw. Flug- und Ausstellungstiere.
Als Kastendropper kann man Pfautauben oder gewisse Russische Ausstellungstümmler verwenden. Oder ganz einfach ein junge Flugtauben nach dem absetzen bis sie das erste mal gejagt werden. Ich brauche die Kasten Dropper eigentlich nicht mehr da mein Flugkasten nach oben offen ( Drahtgitter )ist.
Zum Schluss möchte ich nur noch sagen, dass ein Dropper oder Locktaube sich jeder Zeit mit der Hand anfassen und greifen lassen sollte.

 
Wie werden Dropper ausgebildet bzw. handzahm !!

Möchte heute darüber berichten wie ich meine Dropper ausbilde. Meistens fang ich an meine Dropper im Dezember / Januar auszubilden. Also in der Zeit in dem wir wegen dem Wetter und Greife sowieso kaum fliegen können.

Vorgehensweise:
1. Stelle meinen Flugkasten in die Garage / bei schönem Wetter unter der Veranda ( windgeschützt ).
2. Da mein Flugkasten 2 Abteile hat nehme ich einen bereits ausgebildeten Handdropper in ein Abteil. Suche mir dazu
2-3 weitere Tauben aus. Es können Jungtiere oder bereits ältere Tauben sein die das gewünschte Flugspiel nicht
zeigen. Diese werden ins andere Abteil gesetzt.
3. Die Tauben bekommen 2 Tage nun nur die halbe Portion Futter. Während dem fressen halte ich den Futterbecher in
der Hand im Käfig. So werden die Tiere an die Hand gewohnt.
4. Am 3 Tag werden alle Tauben auf den Flugkasten gesetzt. Darüber befindet sich eine Gitterbox damit sie nicht
davon fliegen können. Mit dem Futterbecher wird im Flugkasten geschüttelt, der bereits eintrainierte Dropper
springt sofort ein die anderen 2-3 kurze Zeit später. Dies wird ca. 2 Tage so fortgeführt. Vorsicht mit der
Fütterung ( lieber etwas knapp füttern ).
5. Danach wird die Gitterbox entfernt und die Dropper auf den Kasten gesetzt. Mit etwas Ruhe und Geduld werden die
Tauben einspringen. Mit jedem Tag Training werden die Tiere fast von selbst zahmer.
6. Nach ca. 1 Woche beginne ich mit dem anfliegen zu mir. Hier rate ich auch immer auf eine knappe Fütterung. Die
Tauben werden einzeln auf den Kasten gesetzt ca. 1/2 Meter entfernt mit dem Futterbecher gerüttelt und sofort
kommen sie auf die Hand und wollen aus dem Becher fressen ( wichtig immer den gleichen Becher verwenden,
meiner hat die Farbe rot ). Dies wird ca. 4-5 mal hintereinander wiederholt, danach darf sie in den FK einspringen und darf zu ende fressen. Mit den anderen wird genauso verfahren.
7. Der Abstand zum FK wird täglich erhöht. Bis ca. 10-15m Entfernung, später kann man bis auf 20-25m erhöhen.
8. Als nächstes werden sie lernen dass ich sie während dem fressen anfassen lassen. Wichtig dabei ist am Anfang
den Dropper nie von vorne her zu greifen sondern immer von unten her vom Schwanz zum Rücken. Währen dem
fressen wird die Taube leicht gehalten und immer wieder zum Flugkasten geschickt und wieder hergelockt.
Hilfreich ist auch während dem fressen mit einem Finger im Futterbecher leicht mit zupicken.
9. Nach ca. 2 Wochen habe ich die Tauben sehr Handzahm. Manche auch schon etwas früher.
10.Dieses Training wird dann noch ca. 1 - 2 Wochen weiter geführt. Danach werden sie wieder in den Schlag zurück-
gesetzt. Nach dem wird mit den Droppern immer wieder 2- 3 Tage trainiert und auch mal 1 - 2 Wochen Pause
gemacht. Einmal richtig gelernt und sie werden dies nicht vergessen.
11.Mit den Flugdroppern wird ähnlich verfahren nur dass sie 2- 5 Runden in unterer Höhe fliegen und sobald der
Handdropper gesetzt wird den Kasten anfliegen und einspringen müssen. ( ähnlich wie mit den Fliegern )

Das ganze Spiel mit dem Dropper Training halte ich pro Taube auf ca. 5 min. Denk dies ist ausreichend. Wichtig
dabei ist die tägliche Futterration so einzuteilen damit das Training klappt und die Taube dabei nicht leidet.
Jeder muss dabei seine eigenen Erfahrungen machen. Mit frisch abgesetzten Jungtauben geht es etwas schneller, für mich ist das Alter aber kein Problem. Ein gut dressierter Dropper ist mit keinem Geld zu bezahlen. Sie werden bei mir nie abgegeben.

Hoffe konnte einigen Neueinsteiger, einige Tipps geben.

GUT FLUG UND VIEL SPASS mit EUREN DROPPERN wünscht euer

 Jürgen Siebert